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Maritim und sympathisch - einfach einladend

Von «Hleri« bis Leer


Leer, eine hübsche kleine Stadt im äußersten Nordwesten Deutschlands, liegt idyllisch eingeschmiegt zwischen den beiden Flüssen Leda und Ems, die genau genommen die Entstehung des Ortes „Hleri“ einst „verschuldet“ haben. Hier finden sich die für Ostfriesland so typischen und geliebten Charakteristika der Region in geballtem Überfluss wieder. Eine wunderschöne gewachsene Altstadt im Ortskern mit alten Bürgerhäusern und malerischen Gassen, einen zentral gelegenen Binnen- und Sportboothafen mit idyllischer Uferpromenade, ein hochwertiges Kultur- und Naturangebot in und um Leer, eine optimale Verkehrsanbindung über Land, Wasser und Luft (!), Deiche, Weite, Plattdeutsch .... – und Tee.

Typisch ostfriesisch! Seefahrt und Landwirtschaft prägten die Entwicklung der Stadt an den zwei Flüssen, dessen maritimes Flair sich überall widerspiegelt.

Eine große Bedeutung kam dem kleinen Siedlungsplatz auf einem Geestrücken zwischen Ems und Leda im Vergleich zu anderen ostfriesischen Orten im frühen Mittelalter nicht zu. Die Bewohner ernährten sich – begünstigt durch die Lage - durch Fischfang und Landwirtschaft, insbesondere der Viehzucht. Daher lässt sich wahrscheinlich auch der Name „Leer“ ableiten Das urgermanische „hlér“ bedeutete soviel wie „Weideplatz“.

Das erste schriftliche Zeugnis, in dem der kleine Ort erwähnt wurde, war die Beschreibung des „Leeraner Fischwunders“ von Liudger, Bischof von Münster. Um 792 missionierte dieser im Auftrage Karls des Großen die Region und errichtete in Leer eine Kirche, verwaltet von einem Probst.

Zu Beginn des 15. Jahrhundert gewann Leer durch die Herrschaft Focko Ukenas an politischer Bedeutung. Hier baute er sich um 1421 die „Fockenburg“ und nannte sich fortan Häuptling von Leer. Doch andere ostfriesische Häuptlinge und Bauern fühlten sich durch den aufstrebenden Großgrundbesitzer, der mit Seeräubern im Bunde stand und seine friesischen Widersacher unter Ocko tom Brook sowie den Erzbischof von Bremen und den Grafen von Oldenburg besiegt hatte, in ihrer Selbständigkeit bedroht. Der „Bund der Freiheit“ setzte sich gegen Focko Ukena zur Wehr, belagerte 1430 die Fockenburg ein halbes Jahr lang und machte sie schließlich dem Erdboden gleich. So konnte diese, laut Ubbo Emmius, auch zukünftig keinem „Bedroher der Freiheit“ Schutz bieten.

Die anstelle der zerstörten Fockenburg errichtete Harderwykenburg, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von Hayo Unken, dem Erben Focko Ukenas, gebaut wurde, stellte hingegen keine Gefahr dar, da dieser sich den gegebenen Verhältnissen anpasste.

Gemeinsam mit den Cirksenas brachten die Hamburger, die sich für die friesischen Verkehrswege interessierten, die Hauptverkehrsadern des Landes in ihre Abhängigkeit, wozu ihnen die Herrschaft in Emden diente und der Bau von Burgen bei Stickhausen und Leer. 1453 übernahm Ulrich Cirksena von den Hamburgern die Festung Leerort, die er und seine Nachfolger im Laufe des 16. Jahrhunderts zur stärksten Festung des Landes ausbaute. Im Jahre 1464 berief Kaiser Friedrich III. den aus Greetsiel stammenden Ulrich Cirksena zum Grafen von Ostfriesland.

Bevor die Landesherren ihre Residenz in Aurich festigten, weilten die Grafen im Laufe des 16. Jahrhunderts häufig in Leerort, insbesondere Graf Johann, der bis zu seinem Tode (1591) über die Ämter Leer, Stickhausen und Greetsiel herrschte. Erst im Jahre 1611 verlegte der landesherrliche Verwalter für das Amt Leer seinen Sitz von Leerort nach Leer, nachdem die Festung von den Niederländern übernommen worden war. Amtshaus wurde im 18. Und 19. Jahrhundert das von Rhedensche Haus in der Wörde.   

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