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Rathausstraße
Maritim und sympathisch - einfach einladend

Verleihung der Stadtrechte


Die Urkunde mit dem SiegelErst das rigorose Vorgehen des napoleonischen Frankreich hob im Jahr 1810 die alte Fleckens-Ordnung auf. An der Spitze der „Mairie Leer“, die nun zusätzlich Leerort, Heisfelde, Bollinghausen und Hohegaste umfasste, ernannten die Franzosen einen „Monsieur Maire“ mit zwei Adjoints und einem Munizipalrat (Bürgermeister, Beigeordnete und Stadtrat).

Damit hatte Leer dieselbe Stellung erreicht wie Emden und war gewissermaßen einer Stadt gleichgestellt. Diese Verfassung blieb auch unter der hannoverschen Herrschaft bis 1823 bestehen. Nur mit dem Unterschied, dass der „Monsieur Maire“ fortan den deutschen Titel „Bürgermeister“ trug.

Leers erster Bürgermeister,  Abraham Ehrlenholtz
Leers erster Bürgermeister, Abraham Ehrlenholtz
Leers erster Bürgermeister war Abraham Ehrlenholtz, der bereits unter Napoleon Adjoint gewesen war. Von Haus aus Handwerker und Betreiber einer Lederfabrik in der Osterstraße, stand er der Stadt bis ins Jahr 1841 vor.

Die Verhandlungen über die neue städtische Verfassung zog sich lange hin. Die Bürger fürchteten, dass ihnen die Stadtrechte Mehrkosten aufladen würden.

Am 11. Juli 1823 erteilte König Georg IV. aus England „in Gemäßheit der schon fürderhin von Uns zu erkennen gegebenen Absichten dem ostfriesischen Flecken Leer nunmehr städtische Gerechtsame und Obrigkeit“. 

Am 1. August 1823 trat die Stadtverfassung in Kraft.

Der bis dato nur provisorisch amtierende Bürgermeister Ehrlenholtz wurde offiziell in seinem Amt bestätigt, die Kaufleute Röben und Börner wurden zu Senatoren ernannt. Zum Magistrat zählten außerdem noch ein Sekretär, ein Stadtdiener und ein Ausrufer. Alle wurden auf Lebenszeit berufen. Auf die Ernennung der Stadtverwaltung hatten die Bürger allerdings keinen Einfluss, sie konnten ausschließlich die 15 Stadtverordneten wählen (ebenfalls auf Lebenszeit), die aber nur eine beratende Funktion hatten. Wählen und gewählt werden durften auch nur die männlichen Besitzbürger. Die Verfassung schloss sowohl Arme als auch die jüdische Bevölkerung von den Wahlen aus.

Zwar begrüßte die Leeraner Bevölkerung die Erhebung des Fleckens zur Stadt nicht besonders, aber es zeigte sich, dass Leer endlich eine Ordnung gewonnen hatte, in der die Verwaltung besser funktionierte als vorher, was auch die weitere Entwicklung des Ortes begünstigte.

An der Ecke Königstraße/ Pfefferstraße (heute Rathausstraße) entstand nach dreijähriger Bauzeit das vom Architekten Karl Henrici im Stil der Neorenaissance erbaute Rathaus, das 1894 eingeweiht wurde.

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