Jüdisches Gemeindeleben in Leer
Auf der „Galgenhöchte“ zwischen Leer und Leerort, damals noch außerhalb der Stadt, erhält die Gemeinde einen Begräbnisplatz.
Unterricht in jüdischer Glaubenslehre und in der hebräischen Sprache wird von der Gemeinde gewährleistet. Um 1840/50 dient ein Gebäude an der Kirchstraße als jüdische Schule. Im Jahr 1909 errichtet die Gemeinde eine Schule mit Lehrerwohnung an der Deichstraße (heute Ubbo-Emmius-Straße. 14). Die letzten jüdischen Lehrer sind: Lasser Abt, Ignatz Popper, Hermann Spier und Seligmann Hirschberg.
Einen eigenen Rabbiner hat die Gemeinde in Leer nicht. Sie wird, wie die anderen Gemeinden in Ostfriesland, vom Landrabbiner mit sitz in Emden betreut. Der letzte von ihnen ist Dr. Blum, der mit seinen Kindern überlebt und am Aufbau des Staates Israel teilnimmt. Die Rolle des Vorbeters in Leer hat jeweils der Lehrer an der jüdischen Schule inne.
Bis etwa 1900 wächst die Gemeinde auf 300 Mitglieder an. Die Familien wohnen über die Stadt verstreut. Nominell gehören zur Gemeinde Leer alle im Landkreis wohnhaften Jüdinnen und Juden. 1939 werden sie gezwungen, in sogenannten „Judenhäusern“, wie zum Beispiel in der Kampstraße 37, zu leben.
