Eröffnungsrede aus dem Jahr 2026 von Bürgermeister Claus-Peter Horst
Moin mitnanner! Moi dat je all wer dor sund. Wir werden heute den 518. Gallimarkt eröffnen. Danke, dass sie alle wieder hier sind!
Die Vorfreude auf den Markt war in den letzten Wochen schon überall zu spüren. Seit einer Woche wurden das Festzelt und die ersten Stände aufgebaut. Teilweise im heftigsten Regen! Seit Sonntagnacht wurde der Marktplatz richtig voll. Jetzt zieht der typische Gallimarktgeruch durch die Stadt.
Die Leeraner Postkapelle hat uns die Wartezeit hier vorm Rathaus wieder verkürzt. Sie sind heute zum 62. Mal dabei und werden nachher unseren Gesang, ich meine das Ostfriesenlied, wieder begleiten. Vielen Dank dafür, dass Ihr dem Gallimarkt so treu zugewandt seid! Ein besonderer Dank geht an den Leiter, Walter de Vries.
Gallimarkt ist heel wat Besünners. Dor mut man hen. Ook de Herolden sünd weer bi uns. Vörmörgens hebben sei wehr bi min Frau und mi frühstückt.
Ich habe sie heute Morgen fast nicht wiedererkannt - und das nicht, weil ich meine neue Brille noch nicht aufhatte. Sie haben nämlich nicht nur eine neue Trommel, sondern auch komplett neue Kleidung. Die Hose rutscht nun nicht mehr, die Mottenlöcher sind verschwunden. Vielen Dank an Lisa Claver und ihrer Kollegin. Sie schneidert eigentlich Brautkleider hier in Leer. Ich muss sagen: unsere Herolde sehen jetzt auch wunderschön aus.
Um 7:00 Uhr waren sie traditionell schon auf dem Viehmarkt. Danach haben sie schon zahlreiche Firmen, Kindergärten und Verwaltungen besucht und zum Gallimarkt eingeladen und werden das in den nächsten Tagen auch noch tun.
Ich bitte um einen großen Applaus für den Ausrufer Hinrich Behrens, Trommler Michael Alsdorf und den Hellebardenträger Reemt Reemtsema. Sieht man die Leeraner Herolde - denkt man an Gallimarkt. Ein besonderes Moin an die zahlreichen Zuschauer, die uns digital - live übertragen - über die sozialen Medien - im In- und Ausland zusehen.
Viele sind derzeit wg. der Herbstferien im Urlaub und nutzen diese Möglichkeit, um doch ein wenig Gallimarkt-Feeling zu bekommen. Besonders möchte ich denjenigen „Moin“ sagen und meine Grüße übersenden, die heute leider erkrankt sind und daher nicht persönlich dabei sein können. Auch wieder ein großes Dankeschön an unseren Gebärdendolmetscher.
Ich darf heute auch wieder, auch stellvertretend für viele Ehrengäste, die heute hier sind und die ich nicht alle erwähnen kann, meinen Lieblingspräsidenten begrüßen - den Präsidenten der ostfriesischen Landschaft, Herrn Rico Mecklenburg. Ihm haben wir neben vielen Förderprojekten auch - mit seinem Team der Gezeiten - viele tolle Kulturveranstaltungen in unserer Region zu verdanken. Vielen Dank dafür.
Ich darf weiterhin Nico Bloem und Ulf Thiele als Abgeordnete des Nds Landtages begrüßen. Ihr habt es viele Jahre nicht schaffen können. Danke, dass es diesmal geklappt hat.
Ebenfalls darf ich herzlichst unseren wiederholt im Amt bestätigten Landrat Matthias Groote begrüßen.
Zahlreiche wiedergewählte Bürgermeister aus befreundeten Gemeinden und Städten sind heute dabei, aber auch viele sogenannte „neue Bürgermeister“, die Ihr Amt am 01. November antreten werden und heute das erste Mal dabei sind. Herzlich Willkommen in Leer auf dem Gallimarkt.
Leider ist im Mail unser Ehrenbürger Herr Albrecht Weinberg mit 101 Jahren verstorben. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass er im letzten Jahr hier mit mir zusammen auf der Rathaustreppe war. Den Gallimarkt, den wollte er unbedingt noch mal erleben. Er sagte dann hier oben auf der Treppe zu mir: Sie haben mich wie Vieh aus der Stadt getrieben. Jetzt winken sie mir zu. Eine Aussage, die ich nie vergessen werde.
Besonders freue ich mich, dass heute Gerda Dänekas dabei ist. Sie hat Albrecht Weinberg die letzten Jahre begleitet und betreut und mit ihm zusammen in einer WG in Loga gelebt. Schon viele Wochen tourt sie jetzt durch Deutschland und stellt an vielen Orten (den auch in Leer) über Albrecht gedrehten Film vor. Vielen Dank dafür.
Schade, dass auch der Ausrufer unserer Partnerstadt Trevor Heeks heute nicht dabei ist. Wir erinnern uns noch an seinen Abschied, hier auf der Treppe im letzten Jahr.
Aus unserer Partnerstadt kann ich heute ebenfalls einige Gäste hier in Leer begrüßen. Welcome to our guests from our twin town Trowbridge. It is always a great pleasure for us to welcome a delegation from Trowbridge at the Gallimarkt.
Der 518. Gallimarkt ist und bleibt ein Markt für die gesamte Familie, bietet aber auch wieder extremen Nervenkitzel. Mit mehr als 20 spektakulären Großfahrgeschäften, rund 250 Marktständen, auch historischen Fahrgeschäften und natürlich vielfältigen kulinarischen Genüssen.
Wir rechnen wieder mit mindestens einer halbe Million Gästen in unserer Stadt.
Zum Gallimarkt gehört auch der Viehmarkt. Es wurden übrigens wieder rd. 800 Tiere aufgetrieben. Und wir hatten auch einen Händler aus Westoverledingen, der zum sechzigsten Mal auf dem Viehmarkt war. Eine sehr schöne Tradition, die zu Leer gehört.
An dieser Stelle danke ich allen Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, die für die Organisation des Gallimarktes verantwortlich sind oder damit zu tun haben. Einer von ihnen hat in den letzten Tagen nur sehr wenig geschlafen. Danke aber auch an die neuen Viehmarktmeister, Herrn Bakker und Herrn Wienekamp, und natürlich an die ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, an meine ehemaligen Kolleginnen und Kollegen der Stadtwerke, der Polizei und an alle Mitarbeitenden verschiedener Sicherheitsfirmen.
Aber auch vielen Dank an alle Schausteller, insbesondere dem Vorstand der ostfriesischen Schausteller, mit Timo van Halle an der Spitze, die bis zur letzten Minute wieder alles maßgenau aufgebaut haben.
Wussten Sie, dass die Schaustellerkultur auf Volksfesten als „Immaterielles Kulturerbe“ gilt?
Die Schaustellerkultur verbindet Technik, Tradition und Gastronomie und macht Volksfeste zu lebendigen Begegnungsorten.
Insgesamt gibt es in Deutschland 9.750 Volksfeste. Oktoberfest hin oder her, für mich ist der Gallimarkt in Leer der schönste Markt.
Herzlich Willkommen auch an unsere Nachbarn aus den Niederlanden, die in diesem Jahr den Gallimarkt besuchen werden.
Ok de Utrooper ut Winschoten is weer her. Hartelijk volcome - Jan Veen. Vielen Dank Jan, dass Du uns wieder zum Adrillenmarkt eingeladen hast. Die Herolde und ich werden wieder gerne dabei sein.
An dieser Stelle möchte ich nochmals an Trevor Heeks erinnern. Seit 1986 ist er in seiner Heimatstadt Trowbridge Towncrier. Er hat 1987 das erste Mal die Stadt Leer besucht. Zweimal gewann er sogar die Weltmeisterschaft als Ausrufer und war zweimal Europameister. Er hat über 150 Titel in der ganzen Welt gewonnen. 2016 wurde er zum Ehrenherold der Stadt Leer und wir haben im letzten Jahr sein jahrzehntelanges Engagement mit einem Eintrag ins Goldene Buch unserer Stadt gewürdigt.
Im letzten Jahr haben wir seinen letzten Auftritt auf der Rathaustreppe gehabt. Aber: Eine Gallimarkteröffnung ohne Trevor Heeks ist keine Gallimarkteröffnung!
Er ist und bleibt das Gesicht des Gallimarkts! Trevor, please, would you like to say something to us?
[ Einblendung der Video-Grußbotschaft von Trevor Heeks ]
Haben Sie es gemerkt? Die Aufnahme des Videos ist ihm sehr schwergefallen und ich meine, ich habe auch eine Träne in seinem Auge entdeckt. Das Video ist schon einige Tage alt. Leider liegt Trevor seit der letzten Woche im Krankenhaus und es geht ihm gar nicht gut. Er möchte, dass ich sie heute alle von ihm grüße. Er wäre gerne dabei gewesen und hat uns gebeten, dass wir ihm ein Video von der Eröffnung senden. Das werden wir natürlich machen.
Trevor, wir wünschen Dir Alles Gute und dass Du bald wieder das Krankenhaus verlassen kannst. Ich schlage vor, dass wir es in diesem Jahr einmal umdrehen. Wie rufen ihm gemeinsam zu: „Trevor wir lieben Dich!“
Danke…
Am 13. September war Kommunalwahl in Niedersachsen. Vorab möchte ich mich für Ihr Vertrauenbedanken, dass Sie mir entgegengebracht und mich erneut als Ihren Bürgermeister in Leer gewählt haben. Und ich bitte um das Vertrauen derjenigen, die es nicht getan haben. Dass Sie mir dieses Amt für weitere acht Jahre anvertrauen, bewegt mich sehr. Es ist für mich eine Ehre und eine große Freude.
Wie erhält man eigentlich „Vertrauen“? Wenn ich danach die KI frage, dann wird mir unter anderem angezeigt: Die Basis für Vertrauen sind Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und vergangene Erfahrungen. Hand aufs Herz, wem vertrauen wir im Alltag? Die, denen wir vertrauen, sind meistens Menschen aus unserem direkten Umfeld. Mitglieder unserer Familien, gute Freunde und auch Arbeitskollegen.
Wenn wir aber über Vertrauen in Politiker reden, schauen viele Menschen zuerst nach Berlin oder in die Landeshauptstadt nach Hannover. Viele sagen, dort wird nur noch gestritten, dort wird inszeniert, und dort geht oft das verloren, was das Fundament unserer Demokratie ist: Das Vertrauen!
Aber auch die Politik in anderen Ländern auf der Welt schafft bei uns nicht gerade Vertrauen. Da fällt mir ein Witz ein. Schneewittchen, Superman und Pinocchio gehen auf einen Jahrmarkt. Es kann auch der Gallimarkt gewesen sein. Sie kommen zu einem Zelt mit dem Poster: „Wettbewerb der schönsten Frau der Welt“. Schneewittchen geht rein und kommt bald freudestrahlend wieder raus: „Erster Preis!“ Als nächstes kommen sie an ein weiteres Zelt. „Wettbewerb für den stärksten Mann der Welt“. Supermann geht rein und ist bald wieder draußen: „Kein Problem - erster Preis!“
Schließlich kommen sie zu einem weiteren Zelt. „Wettbewerb für den größten Lügner der Welt“. „Das ist für mich“, sagt Pinocchio und geht rein. Nach einer Weile kommt er wieder raus. „Verdammt, wer ist Donald Trump?“
Aber zurück zum Vertrauen: Nirgends ist Vertrauen wichtiger als in der Kommunalpolitik – und nirgends ist das so greifbar. Denn wir hier in unserer Stadt, wir begegnen uns beim Einkaufen im Supermarkt, auf dem Sportplatz, am Schultor oder beim Stadtfest. Wir können uns nicht aus dem Weg gehen. Und das ist auch gut so!
Denn hier vor Ort geht es um direkt spürbare Entscheidungen. Hier in Leer geht es zum Beispiel
- um die Sanierung von Straßen,
- um ein neues Baugebiet
- um den Ausbau unserer Schulen,
- um das Eintrittsgeld in unserem Plytje
- oder darum, wie wir unsere Vereine unterstützen.
In der Kommunalpolitik dürfen Politiker keine unrealistischen Versprechungen machen. Ich bin zudem davon überzeugt, dass wenn man ehrlich und verlässlich als Politiker agiert, also auch erklärt, warum manche Dinge so lange dauern und wo die Hürden liegen, sind Bürgerinnen und Bürger bereit, auch schwierige Wege mitzugehen. Ein solches Verhalten wäre vielleicht auch gut für die Bundespolitik.
Im November bekommen wir nach fünf Jahren wieder einen neuen Stadtrat. Finden Sie nicht auch, dass unsere Stadt nun wieder aufgeräumt ist? Wir hatten uns schon sehr an die Wahlplakate an fast allen Laternen gewöhnt. Jetzt sind sie wieder weg. Es ist übrigens ein komisches Gefühl, sein eigenes Bild auf einem Plakat überall in der Stadt zu sehen.
Einige sagen, dass Politiker nur auf Wahlplakaten tragbar sind, dann kein wirres Zeug reden und sie dann auch wieder leicht zu entfernen sind. Das mag sein, aber die Realität sieht anders aus.
In der Fußgängerzone hat man in den letzten Monaten viele Wahlstände finden können und man konnte kaum noch durchlaufen, ohne in politische Gespräche verwickelt zu werden. Ging es Ihnen auch so? Meine Frau und ich hatten zu der Zeit immer frische Kräuter in unserer Küche.
Die SPD hat nun 8 % und die Grünen haben 4,5%. Die CDU ca. 1% verloren, dafür hat die AFD jetzt fast 14 % erreicht. Moin, FDP, BSW und Linke sind zusammen bei 17% im Stadtrat.
Es gibt Menschen, denen schmeckt das Ergebnis nicht, Vielen bereitet es Sorgen. Ich sage, dass ist Demokratie. Wir müssen das akzeptieren. Aber, ob es mit dem Vertrauen auch klappt, bleibt abzuwarten
Zahlreiche Ratsmitglieder, die viele Jahre die Geschicke der Stadt mitbestimmt haben, sind in den nächsten Jahren nicht mehr dabei. Entweder haben sie vor der Wahl gesagt, sie möchten nicht mehr oder sind nicht wiedergewählt worden. Ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank für ihr Engagement und ihren freiwilligen, sehr zeitintensiven Einsatz für unsere Stadt.
Sie alle hatten den Mut, Entscheidungen zu treffen und die Hand zu heben sowie Farbe zu bekennen. In Zeiten knapper Kassen mussten Sie dabei oft abwägen und auch schmerzhafte Entscheidungen treffen, die sie oft gerne anders getroffen hätten.
Liebe Mitglieder des neuen Rates, lassen Sie uns nun daran arbeiten, Leer voranzubringen und uns daran erinnern, welche Versprechen im Wahlkampf gegeben wurden.
Apropos: Ein Politiker stirbt und steht vor Petrus. Petrus sagt: „Du darfst wählen: Himmel oder Hölle. Aber wir sind demokratisch – du bekommst eine Tagesprobe von beiden.“ Am nächsten Tag besucht der Politiker die Hölle: Golfplätze, Champagner, alte Freunde, tolle Stimmung. Dann geht’s in den Himmel: ruhige Musik, Frieden, Engelgesang. Der Politiker überlegt kurz: „Dann nehme ich doch lieber die Hölle.“ Kaum angekommen, ist dort alles verbrannt, voller Qual und Leid. Er ruft: „Was ist hier los? Gestern war es doch ein Paradies!“ Der Teufel grinst: „So ist das eben mit Wahlversprechen.“
Auf alle, die nun in den Rat gewählt wurden, kommt eine große Verantwortung für die Weiterentwicklung unserer Stadt zu. Wir sind nicht gewählt worden, um parteipolitische Machtspiele auszuüben, sondern um Hand in Hand das Beste für unsere Stadt zu erreichen. Und lassen Sie mich dabei die besondere Betonung auf das „Hand in Hand“ legen. Ein Mensch, eine Fraktion oder Partei allein kann all die Herausforderungen, die vor uns liegen, nicht leisten. Um unsere Stadt nachhaltig nach vorn zu bringen, sind Rat, Bürgermeister und Verwaltung auf eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit angewiesen.
Mein vorrangiges Anliegen ist es, die Potentiale, die in dieser Zusammenarbeit liegen, voll auszuschöpfen und für eine zukunftsweisende Entwicklung unserer Stadt wirksam werden zu lassen.
Das hat in den zurückliegenden fünf Jahren super geklappt. Dafür nochmals mein großer Dank! Denn dieses Engagement und dieser Wille sind eben keine Selbstverständlichkeit.
Ich höre sehr oft, Leer ist schon eine sehr schöne Stadt, und wir alle zusammen und unsere Vorfahren haben in den letzten Jahren wohl sehr viel richtig gemacht. Viele beneiden uns um unsere tolle Altstadt, den Hafen, der mitten in unserer Stadt liegt, die gut besuchte Fußgängerzone, die vielen touristischen Angebote und kulturellen Veranstaltungen.
Leer ist wirklich eine lebens- und liebenswerte Stadt, erst recht, wenn Gallimarkt ist. Wir können sehr stolz auf unsere Stadt sein.
Alle Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass im Rat von Leer sachorientiert zusammengearbeitet wird. Es ist dabei völlig normal, dass Parteien unterschiedliche Ideen haben, wie unsere Stadt sich weiter entwickeln soll. Ein Streit in der Sache ist das Salz in der Demokratie. Aber Kompromisse und gemeinsame Lösungen sind notwendig, damit es voran geht.
Lassen Sie uns gemeinsam anpacken, zuhören und beweisen, dass Politik vor Ort den Menschen dient Und dann klappt es am Ende hoffentlich auch mit dem Vertrauen!
Zum Thema Ehrlichkeit gehört die notwendige Nachwahl auch dazu. In Loga wird die Wahl wiederholt. Ein Karton mit falschen Wahlzetteln hatte sich eingeschlichen. Erst die 134. Person hat gemerkt, dass sie eigentlich andere Bewerberinnen und Bewerber auf den Zetteln erwartet hat. Vielleicht ändert sich durch die erneute Wahl in Loga bei dem einen oder anderen Politiker noch etwas. Vielleicht macht sich noch jemand Hoffnung doch noch in den Rat zu kommen und vielleicht ist jemand auch ängstlich, dass er den Rat wieder verlassen muss. Wir werden es sehen.
Ein letzter Punkt, der mir am Herzen liegt: Vertrauen braucht auch einen anständigen Ton. Der Umgangston ist grundsätzlich rauer geworden, insbesondere in den sozialen Medien. Ratsmitglieder sowie sich ehrenamtlich Engagierende erleben immer häufiger Anfeindungen. Wer sich für seine Stadt einsetzt, verdient Respekt – unabhängig davon, ob man seine Meinung teilt oder nicht. Wer zu Haus auf dem Sofa sitzt und nichts anders zu tun hat, als die Welt schlecht zu reden und andere zu beleidigen, hat keinen Respekt verdient.
Ich wünsche mir vom neuen Rat und von den Bürgern dieser Stadt: Lassen Sie uns diesen Ort zu einem Raum machen, in dem man Debatten mit Härte in der Sache, aber mit Anstand im Miteinander führt. Das schützt unsere Demokratie!
Zum Abschluss vielen Dank an alle Bürgerinnen und Bürger dieser wunderbaren Stadt, die sich täglich für Ihre Stadt, die Entwicklung unserer Stadt und das soziale Miteinander in Leer einsetzen. Ich wünsche Ihnen, losgelöst von allen Sorgen und Krisen, unvergessliche und sehr fröhliche Stunden auf dem Gallimarkt und ein friedliches Miteinander.
Nun noch einmal die Herolde. Und das Ostfriesenlied singen wir im Anschluss in dieses Jahr wieder mit Begleitung durch Pastor Christian Erchinger. Vielen Dank und danach viel Spaß bei fünf Tagen Gallimarkt!
