Direkt zu:

Stadt & Leben

12.05.2026

Stadt Leer trauert um Albrecht Weinberg

Die Stadt Leer trauert um ihren Ehrenbürger Albrecht Weinberg.

Der gebürtige Rhauderfehner, der noch im März mit Hunderten Gästen in Leer seinen 101. Geburtstag und gleichzeitig die Premiere des Dokumentarfilms „Es ist immer in meinem Kopf“ über sein Leben gefeiert hatte, verstarb am Dienstag in Leer.

„Seit seiner Rückkehr aus New York in seine ostfriesische Heimat vor 14 Jahren hat Albrecht unermüdlich und mit einer unvorstellbaren Energie von seinen schrecklichen Erlebnissen während des Nationalsozialismus berichtet und immer wieder vor dem Vergessen gewarnt“, sagt Bürgermeister Claus-Peter Horst.

Für die Stadt Leer sei der Tod Weinbergs ein großer Verlust.

Es sei eine Ehre gewesen, dass sich Albrecht trotz allem bereit erklärt habe, Ehrenbürger von Leer werden zu wollen – nachdem er als Kind mit seiner Familie auf Weisung der Nazis unter anderem durch die Stadt zur Viehhalle getrieben worden war. Angeordnet worden war das in dem Rathaus, in dem er dann viele Jahrzehnte später die Ehrenbürgerwürde in Empfang nehmen sollte.

„Ihr müsst aufpassen, dass so etwas nie wieder passiert. Macht den Mund auf!“, hatte Weinberg vor allem an die Adresse junger Menschen gerichtet.

Genau darin, zu vermitteln, dass sich Menschen gegen aufkommende rechtsextreme Tendenzen zur Wehr setzen, habe er zum Ende seines Lebens hin seinen großen Auftrag gesehen, weiß Horst, der seine Begegnung und den regelmäßigen Austausch mit dem Holocaustüberlebenden für sich persönlich als das größte Geschenk seiner bisherigen Amtszeit sieht.

Das Erbe Albrecht Weinbergs bestehe für ihn und andere darin, die Botschaft, sich gegen Antisemitismus, Rassismus und jegliche Form von Fremdenfeindlichkeit aufzulehnen, weiterzutragen.