Wilhelmine-Siefkes-Preis für Yared Dibaba
Stehende Ovationen für Yared Dibaba! Bürgermeister Claus-Peter Horst zeichnete den bekannten Rundfunk- und TV-Moderator, Schauspieler, Entertainer, Autor und Sänger
Yared Dibaba am Sonntagabend mit dem Wilhelmine-Siefkes-Preis der Stadt Leer aus. Der mit 2500 Euro dotierte Preis wird zu Ehren der Leeraner Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes (1890 - 1984) an besondere Persönlichkeiten verliehen, die das Plattdeutsche fördern und kultivieren. Der Jury gehörten neben Horst auch Grietje Kammler (Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft), Sprachwissenschaftler Dr. Reinhard Goltz und Pastor Claus Dreier an.
„Yared Dibaba ist „das Gesicht des Plattdeutschen“ und wichtiger Botschafter und Förderer der plattdeutschen Sprache. Seine Auftritte tragen maßgeblich dazu bei, der plattdeutschen Sprache sowohl in den Medien als auch auf der Bühne eine hohe Sichtbarkeit zu verleihen und ihr Ansehen zu steigern. Ihm gelingt es, Menschen zusammen zu bringen und unterschiedliche Kulturen zu verbinden“, heißt es in der Urkunde, die Dibaba überreicht bekam.
„Du büst een Geschenk, büst heel wat Besünners - und dat up heel vööl Ebenen“, sagte Laudatorin Annie Heger – Siefkes-Preisträgerin von 2018 - zu Dibaba, der mit seiner Familie nach Leer gekommen war.
Heger und Yared Dibaba sind befreundet. Als der Bürgermeister Heger vor Längerem anrief, um einen Kontakt zu Dibaba zu knüpfen, saß sie zufällig mit ihm in der Küche zusammen, berichtete Heger. Von der Entscheidung, ihm den Preis zu verleihen, sei er dann überwältigt gewesen, habe kein Wort mehr rausgebracht. Ähnlich emotional war der 57-Jährige, der sich als „Entwicklungshelfer der plattdeutschen Sprache“ bezeichnete, am Sonntag.
Der Preis bedeute ihm sehr viel. Es gehe um Sprache und um Zuhause - zwei Dinge, die auch für ihn eine große Bedeutung hätten, sagte Dibaba, der in Äthiopien im Volk der Oromo geboren worden und wegen eines Bürgerkriegs mit seiner Familie nach Niedersachsen geflüchtet war. 1993 wurde er in Deutschland eingebürgert.
Für die perfekte musikalische Umrahmung des Abends im Festsaal des Historischen Rathauses sorgten Sabine Santjer, Insina Lüschen und Annie Heger.
